Ein britisches Kurzstreckenflugzeug über dem Berliner Nordosten: Am Himmel über Ahrensfelde und Altlandsberg wurde kürzlich ein Airbus A320 der British Airways erfasst, Kennung G-EUUN, Rufzeichen BAW992G.
Anlass genug für einen Blick auf diesen Flugzeugtyp, der zu den meistgebauten Verkehrsflugzeugen der Welt zählt.
Der Airbus A320 – das Rückgrat des europäischen Kurzstreckenverkehrs
Der A320 ist das Basismodell der Airbus-A320-Familie, zu der auch die kleineren Varianten A318 und A319 sowie das größere A321-Modell gehören. Airbus entwickelte den Typ in den 1980er-Jahren als direkte Konkurrenz zur Boeing 737 und brachte ihn 1988 in Dienst. Bahnbrechend war die A320-Familie vor allem wegen ihrer Fly-by-Wire-Steuerung: Der A320 war das erste Verkehrsflugzeug, bei dem die Piloteneingaben über elektrische Signale statt mechanischer Gestänge an die Steuerflächen übertragen wurden. Dieses Prinzip prägt bis heute nahezu alle modernen Airbus-Modelle.

Ein A320 bietet je nach Bestuhlung Platz für rund 150 bis 180 Passagiere und wird typischerweise auf Strecken zwischen einer und viereinhalb Flugstunden eingesetzt. Angetrieben wird die Maschine von zwei Triebwerken, üblicherweise vom Typ CFM56 oder V2500 – bei der hier gesichteten Maschine handelt es sich laut Registrierungsdaten um Triebwerke des Typs V2527-A5.
Die konkrete Maschine: G-EUUN
Das erfasste Flugzeug trägt die Werknummer (MSN) 1910 und wurde laut Registrierungsdaten am 31. Januar 2003 an British Airways ausgeliefert. Es ist damit rund 23 Jahre im Dienst der Fluggesellschaft. Der Transponder-Code (ICAO-Hexcode) lautet 4009DB.
Auffällig ist das Registrierungsmuster: British Airways vergibt an ihre A319- und A320-Flugzeuge traditionell Kennungen nach dem Schema G-EUxx, wobei „EU“ für den Einsatzschwerpunkt innerhalb der Europäischen Union steht. Diese Systematik zieht sich durch weite Teile der BA-Kurzstreckenflotte und lässt sich bei vielen anderen Registrierungen der Airline wiederfinden – etwa bei den neueren A320neo-Modellen, die das Kürzel G-TTN tragen, angelehnt an die Schreibweise „Three Twenty Neo“.

British Airways und der A320 im Streckennetz
British Airways setzt den A320 vor allem für europäische Kurzstrecken ab den Drehkreuzen London-Heathrow und London-Gatwick ein. Die Airline befindet sich seit einigen Jahren in einem laufenden Flottenumbau: Ältere A320-Modelle der „Classic“-Generation, wie das hier gesichtete Exemplar, werden schrittweise durch die treibstoffeffizientere Neo-Generation ersetzt, die unter anderem durch neue Getriebefan-Triebwerke einen deutlich geringeren Kerosinverbrauch und niedrigere Lärmemissionen aufweist.
Einordnung der Sichtung
Überflüge britischer und anderer internationaler Kurzstreckenjets im Luftraum über dem Berliner Umland sind keine Seltenheit, da sich hier mehrere stark frequentierte Luftstraßen zwischen Westeuropa und Osteuropa beziehungsweise Skandinavien kreuzen. Die auf dem Flugverfolgungsportal sichtbaren Höhen- und Geschwindigkeitsdaten – rund 1.600 Meter Flughöhe bei sinkender Tendenz und einer Geschwindigkeit von etwa 437 km/h – deuten auf einen Anflug oder eine Warteschleife im Bereich des Berliner Luftraums hin.
Fotos: © Redaktionszeit / Christian B.
